Anstellung vs. Gewerbeschein - alle Keyfacts zur Scheinselbstständigkeit (H1)

Ohne Moos nix los. Deshalb heißt es ranklotzen und Geld verdienen!
Doch welcher Weg der Lohnabrechnung ist der Richtige?
Wir stellen euch die wichtigsten Vor- und Nachteile, sowie Keyfacts zur Anstellung vs. Gewerbeschein zusammen und zeigen euch, worauf ihr achten müsst, um nicht in die Falle der Scheinselbstständigkeit zu tappen.

 

Keyfacts zur Lohnabrechnung mit Gewerbeschein (H2)

VORTEILE für Gewerbetreibende: (H3)

  • Gewerbeschein kostet nicht viel
  • Anmeldung ist nicht aufwändig
  • Man kann innerhalb weniger Tage direkt mit den ersten Jobs auf Rechnung loslegen
  • Jobs kann man - je nach Präferenz - ganz flexibel aussuchen & zusagen
  • Lohnabrechnung über den Gewerbeschein wirkt besonders attraktiv, da es viel und “schnelles Geld direkt aufs Konto” gibt (Brutto)

 

NACHTEILE für Gewerbetreibende: (H3)

  • Selbstständige müssen sich alleine durch den Bürokratiedschungel & das komplexe Steuersystem schlagen; Zusatzkosten durch (Steuer-) Beratung
  • Hoher administrativer Aufwand durch selbstständige Meldung von Steuer-, Versicherungs- und Sozialabgaben
  • Häufige Versicherungslücken bei Renten- und Arbeitslosengeld
  • Zeitintensive Suche & Bewerbung auf neue Jobs
  • Keine finanzielle Planbarkeit oder Absicherung durch unbeständige Jobs
  • Kein Arbeitsschutz



Keyfacts zur Lohnabrechnung über eine Anstellung (H2)

 

VORTEILE für Angestellte: (H3)

  • Kein administrativer Aufwand:
    1. Agentur (Auftraggeber) übernimmt die Anmeldung beim Finanzamt für die Lohnsteuer
    2. Agentur (Auftraggeber) übernimmt die Anmeldung und Zahlung der ·       Sozialversicherungsbeiträge (Kranken-, Pflege-, Renten-, Unfall-, Arbeitslosenversicherung)
  • Netto-Lohn wird zuverlässig und regelmäßig ausgezahlt (evtl. sogar Rückerstattung beim Lohnsteuerausgleich)
  • Mehr Freizeit, da man keine Bewerbungen schreiben und Jobakquise betreiben muss
  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
  • Arbeitslosenversicherung im Kündigungsfall
  • Absicherung durch den Arbeitsschutz (geregelte Arbeits- und Ruhezeiten)
  • Vertrautes Umfeld, mehr Spaß an der Arbeit mit den Kollegen

 

NACHTEILE für Angestellte: (H3)

  • Feste Arbeitszeiten und dadurch weniger Flexibilität
  • Anwesenheitspflicht am vorgegebenen Arbeitsort



Wann fallen Jobs unter Scheinselbstständigkeit? (H2)

 

Eine Scheinselbstständigkeit liegt vor, wenn Arbeitnehmer bei Jobs abhängige Tätigkeiten durchführen und statt angestellt zu werden, ihren Lohn selbstständig “auf Rechnung” oder “über den Gewerbeschein” abrechnen.

Viele Agenturen bevorzugen die Art der selbstständigen Lohnabrechnung, da sie sich erheblichen administrativen Aufwand ersparen. Außerdem umgehen sie hohe Kosten, indem sie die rechtlich verpflichtende Sozialversicherungspflicht nicht anmelden.
Häufig unzulässig und damit zum Nachteil des Gewerbetreibenden!

 

 

Woran erkennt man eine abhängige Tätigkeit? (H2)

 

Häufig erkennt man nicht auf den ersten Blick, ob es sich bei einzelnen Jobangeboten um eine mögliche Scheinselbstständigkeit handelt. Deshalb haben wir die gängigsten Jobbereiche für euch zusammengefasst: 

Immer abhängige Tätigkeiten:

Messehostess & Modelhostess
Grund: Arbeiten vor Ort für einen Auftraggeber mit festen Arbeitszeiten und -vorgaben. Hierzu gab es in der Vergangenheit sogar ein Urteil des Hessischen Landessozialgericht.

 

Service-, Catering-, Gastronomiejobs

Grund: Kellner sind gebunden an die Entscheidung der Gäste, somit liegt keine “Vermittlungstätigkeit” vor. 

 

Häufig abhängige Tätigkeiten:

Promotion, Promoter & Verkaufsberater

Wenn einer der folgenden Punkte auf den Job zutrifft, handelt es sich um eine “abhängige Tätigkeit”:
- Vorgabe zu Arbeitsort und -zeit
- Lohnabrechnung über einen Stundenpreis
- Direkte Weisungen vom Auftraggeber

 

Abhängige Tätigkeiten sind klar kategorisiert und müssen verpflichtend vom Arbeitgeber angemeldet werden. Nachfolgend die allgemein häufigsten Anzeichen, die bei Jobausschreibungen für eine abhängige Tätigkeit sprechen und im Einzelfall auf Scheinselbstständigkeit geprüft werden müssen:


  • feste Arbeitszeiten
  • verbindliche Anwesenheitspflicht
  • Vorgaben beim Arbeitsort & Outfit
  • Einweisung mit Vorgaben / Briefing
  • Lohnabrechnung pro Stunde
  • Ein Auftraggeber